Telearbeit und Qualität des Arbeitslebens (AQUATEL)
Projektleiter:
Prof. Dr. André Büssing †
Projektbearbeiter/-innen:
Anita Drodofsky, Katrin Hegendörfer
Projektbeschreibung:
Im Mittelpunkt der Untersuchungen steht die Frage nach den Zusammenhängen zwischen Telearbeit und der Qualität des Arbeitslebens, wobei hier explizit die Perspektive der Betroffenen eingenommen wird. Wir verstehen unter Qualität des Arbeitslebens ein "subjektives Maß für arbeitsbezogenes Wohlbefinden und Zufriedenheit", das enge Wechselbeziehungen zur Qualität des Privatlebens aufweist. Daher fließen neben Einstellungen zur Arbeit (z.B. Arbeitszufriedenheit, Arbeitsorientierung) und Einstellungen zur Organisation (z.B. Bindung an die Organisation) auch Variablen wie Familien- und Freizeitzufriedenheit, Wohlbefinden und Gesundheit (z.B. psychischer Stress, gesundheitliche Beschwerden) mit in die Untersuchung ein.
Telearbeit - auch wenn sie etwa als alternierende Telearbeit zu einem größeren Teil zu Hause verrichtet
wird - kann nicht unabhängig von der Zentrale des Betriebes untersucht werden. Den betrieblichen
Rahmenbedingungen (Gestaltung des Arbeitsplatzes, Art der Aufgaben, Personalmanagement usw.) kommt eine entscheidende Rolle zu, und das nicht nur für den betrieblichen Erfolg von Telearbeit, sondern auch im Hinblick auf die Qualität des Arbeitslebens.
Doch nicht allein die betrieblichen und ggf. häuslichen Rahmenbedingungen sind bei der Analyse von
Telearbeit mit zu beachten. Auch die Ressourcen, die den Telearbeitern für diese neue Arbeitsform zur
Verfügung stehen haben einen Einfluss auf die Qualität des Arbeitslebens. Neben arbeits- und
tätigkeitsbezogenen Ressourcen, wie sie vor allem die (Zeit-)Autonomie und die sozialen Ressourcen (z.B. kollegiale Unterstützung) darstellen, erfahren bestimmte persönliche Ressourcen bei der Telearbeit eine zunehmende Bedeutung. Vor allem Kompetenzen zur Selbstorganisation, das Erleben von
Selbstwirksamkeit oder die Motivation, Spielräume unter Telearbeit (z.B. flexiblere Arbeitszeiten, mehr
Selbstbestimmung in der Aufgabenbearbeitung) überhaupt nutzen zu wollen, werden im Hinblick auf die
Qualität des Arbeitslebens von uns untersucht.
Neben einer grundlegenden Bestandsaufnahme sollen auch die Perspektiven von Telearbeitern mit dem
Unternehmen, den Kollegen und der Kontrollgruppe verglichen werden. Dazu stehen Querschnitts- und
Längsschnittsdaten sowie ein Kontrollgruppendesign zur Verfügung. Zusätzliche sogenannte häusliche
Begehungen der Telearbeitsplätze geben einen realistischen Einblick in den Alltag der Telearbeiter, sowie
in wichtige Teilbereiche wie z.B. Ergonomie und Datensicherheit. Darüber hinaus wurde vereinzelt die
Einschätzung der Telearbeit aus der Perspektive der Vorgesetzten mit Hilfe von Interviews ergänzt.
Im weiteren sind Untersuchungsvertiefungen im Themenbereich "Arbeitszeit" (Stichwort: Arbeits- u.
Gesundheitsschutz) und im Themenbereich "zeitliche Veränderungen der Qualität des Arbeitslebens im
Untersuchungsverlauf" geplant.